unterwegs nach Sin City

Auf dieser Seite befinden wir uns nicht mehr auf klassischer Route sondern machen einen Abstecher nach Las Vegas, Nevada. Da wir bereits 2008 dort waren, hätten wir es eigentlich vorgezogen, auf dieser Reise der Route 66 konsequent zu folgen, doch leider sah dies die (dummerweise!) gebuchte Pauschalreise nicht vor. Da wir nur 3 Hotels ändern konnten, war keine weitere Änderung möglich, zumal wir noch das Hotel in Los Angeles getauscht hatten. So geleitete uns die Pauschale nun fernab der Route 66 nach Nevada. Erst danach sollten wir sie wieder bei Barstow erreichen. Doch nun ging es erstmal auf dem Highway 93 nach Norden, wo wir ca. an Meilenstein 13 einen Aussichtspunkt anfuhren, von dem aus man einen schönen Panoramablick über das Gebirge hatte und sogar einen kurzen Abschnitt des Colorado Rivers sehen konnte. Hier oben in der prallen Sonne saßen ein paar Indianer und boten Schmuck zum Verkauf an, für den wir jedoch leider keinen Blick hatten. Die direkte Strecke von Kingman nach Las Vegas beträgt 170km. Wir machten noch einen klitzekleinen Abstecher zum Hoover Dam.

Zunächst stoppten wir an einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Blick auf den Lake Mead hatte. Da mittlerweile über 40°C herrschten, hielten wir uns hier in der prallen Sonne nicht allzu lange auf, da wir unsere Energie noch für einen Gang über die Brücke des Hoover Dams brauchten, die wir zuvor bereits mit dem Auto überfahren hatten.

Dann fuhren wir einen weiteren Parkplatz an, von wo aus man auf die Brücke über dem Staudamm gehen konnte. Hier kamen gerade einige Porsche-Prototypen angefahren, die mein Mann während meiner Begehung der grässlichen Toilettenhäuschen in Augenschein nahm. Im heißen Nevada werden regelmäßig Härtetests von Porsche vorgenommen. So ist auch die von uns 2008 besuchte "Furnace Creek Ranch" im Death Valley Basislager der Stuttgarter Testfahrer.  

Puh, war das heiß, aber wir wollten den zweitgrößten Staudamm der Welt unbedingt von oben sehen. 1993 habe ich ihn bereits mit einem kleinen Flugzeug auf dem Weg zum Grand Canyon überflogen, da mir dabei aber so schlecht war, konnte ich nur einen kurzen Blick aus dem Fenster werfen. Zu Fuß war es nun natürlich viel entspannter und man konnte den Blick auf das grandiose Bauwerk in Ruhe genießen. Dennoch machte uns die Hitze ganz schön zu schaffen. Mittlerweile waren es schon 44°C und das Thermometer stieg noch weiter. Wir gingen am Schild der Staatsgrenze Nevadas vorbei und konnten so mit einem Fuß in Arizona und mit dem anderen im Silver State stehen.

Hoover Dam
Hoover Dam

Nachdem wir eine Polizeikontrolle passierten, befanden wir uns schließlich direkt am Hoover Dam. Da wir uns die recht ausverschämte Parkgebühr im Parkhaus am Visitor Center sparen wollten, parkten wir auf einem öffentlichen Parkplatz in der prallen Sonne, von wo aus wir noch einen recht langen Fußweg zurücklegen mussten. Die Hitze war nun schon fast unerträglich, weshalb wir uns erstmal ein großes Eis holen mussten. Wir sahen uns auf dem Gelände um und staunten über das zwischen 1931 und 1936 erbaute Bauwerk, das den Colorado River staut und die Spielerstadt Las Vegas mit Wasser versorgt. Mit 221m Höhe ist er einer der höchsten Staudämme, die jemals gebaut wurden. Nun sahen wir ihn also auch noch von unten, nachdem wir ja bereits auf der Brücke waren. Vom ebenfalls kostenpflichtigen (!) Besuch des Visitor Centers sahen wir ab.

Als wir wieder am Auto waren, herrschten sage und schreibe 52°C (!), meine Sohlen lösten sich von den Schuhen und die Hitze stach auf der Haut. Das hatten wir schon 2008 im Death Valley erlebt. Wahnsinn! Wir fuhren noch ein Stück höher zu einem weiteren Aussichtspunkt, von dem aus man noch einmal eine schöne Sicht auf das Gelände des riesigen Staudamms hatte. Ein Schild warnte vor Mountain Sheep, die sich jedoch bei der Hitze bestimmt nicht auf die Straße wagen würden. Dann setzten wir unsere Fahrt nach Las Vegas fort.

Ein paar Meilen nördlich des Hoover Dams hielten wir auf dem riesigen Parkplatz des "Hacienda" -Hotelcasinos, von wo aus sich noch einmal ein schöner Blick auf den durch die Stauung des Colorado Rivers entstandenen Lake Mead bot, der mit einer Uferlänge von rund 1000km der größte Stausee der USA ist. Zudem ist er ca. 185km lang und durchschnittlich 60m tief.

Welcome to fabulous Las Vegas!

Dann fuhren wir direkt weiter nach Las Vegas, das plötzlich wie eine Fata Morgana inmitten trockener Wüstenlandschaft vor uns auftauchte. Nun war ich schon zum dritten Mal in der Spielerstadt und bei der Einfahrt dennoch wieder fasziniert und beeindruckt. Las Vegas ist immer in Bewegung, das Stadtbild ändert sich innerhalb weniger Jahre, Altes verschwindet und Neues entsteht. Was 1993 noch einen Superlativ darstellte, ist nun schon längst wieder nichts Besonderes mehr und von noch Spektakulärerem überholt worden.

The Cosmopolitan of Las Vegas
The Cosmopolitan of Las Vegas

So ist auch seit 2008 ein neuer Komplex am Strip entstanden, deren Baubeginn wir seinerzeit noch mitbekamen: Crystal City, direkt neben dem Bellagio. Hier befand sich unser (umgebuchtes) Hotel "The Cosmopolitan of Las Vegas", das bislang alle Hotels, die wir jemals gesehen hatten, in den Schatten stellte. Die Lobby war wunderschön modern, mit ständig wechselnden Animationen der großen Säulen und Installationen an der Rezeption. Alles funkelte und glänzte und das in modernem Design. Zudem war es mit das einzige Hotel am Strip, dessen Zimmer Balkone hatten. Allein aus diesem Grund wollten wir unbedingt hier übernachten. Doch sollte sich das dank DERTOUR auch noch als nicht unproblematisch erweisen. Gemäß Pauschale sollten wir im "Hampton Inn Tropicana" übernachten, da in Las Vegas auch die supertollen Hotels sehr günstig sind, wollten wir natürlich gerade hier nicht darauf verzichten und suchten uns das trotz fünf Sternen, Balkon und Toplage recht günstige "Cosmopolitan" aus. In unserem Reisebüro lief alles reibungslos und ein Terrace Studio wurde gebucht. Beim Check In stellte sich nun allerdings heraus, dass kein Terrace Studio für uns reserviert wurde und DERTOUR uns natürlich nur einen City Room zugewiesen hatte. Da wir die endgültigen Reiseunterlagen erst in Chicago ausgehändigt bekommen hatten, konnten wir es vorab auch nicht mehr überprüfen. So standen wir an der Rezeption und sollten nun ein weitaus höheres Upgrade zahlen, als der Gesamtpreis laut Katalog gewesen wäre. So riefen wir wieder die Travel Agency mit Sitz in New York an, wo man uns sagte, dass wir nie ein Zimmer mit Balkon gebucht hätten und man uns aus großer Kulanz, das Upgrade bezahlen würde; eine entsprechende E-mail würde umgehend an das Hotel geschickt werden. Diese kam dort aber ewig nicht an. Die nette Dame am Check In buchte uns dann doch auf das Terrace Studio mit dem Hinweis, dass die Zusatzkosten mit Eintreffen der E-mail sofort von unserem Zimmerkonto gelöscht werden würden. So hatten wir nach langem Hin und Her doch noch unsere gewünschte (und eigentlich auch gebuchte) Zimmerkategorie bekommen. Und unsere Erwartungen an dieses Zimmer wurden noch übertroffen: Als wir den Raum betraten, wähnten wir uns in einer Suite und zweifelten, ob wir das richtige Upgrade gewählt hatten. So standen wir zunächst in einem Flur, von dem rechts das Badezimmer abging, mit separatem Klo, Whirlpoolbadewanne und einer Duschkabine, die so groß war, wie die Badezimmer der anderen Hotels. Von der Badewanne konnte man in den Wohnbereich gucken, der von einer flachen Trennwand vom Schlafbereich separiert war. Zudem gab es eine Kitchenette mit Spülmaschine und zwei Flachbildfernseher, auf denen wir persönlich willkommen geheißen wurden. Wir waren beeindruckt.

Vom Schlafbereich ging es auf den geräumigen Balkon mit einer gemütlichen Lounge, von der aus man eine fantastische Aussicht auf den Strip und den besten Blick auf die Bellagio Fontänen hatte, die alle halbe Stunde zu wechselnder Musik ein grandioses Schauspiel boten. Wir mochten dieses Zimmer gar nicht mehr verlassen, doch gab es in Las Vegas ja auch sonst wieder einiges zu entdecken. Zum Glück hatten wir hier wenigstens zwei Nächte zur Verfügung...

Crystal City
Crystal City

Nachdem wir uns eine Weile wie die Schneekönige über dieses wunderschöne Zimmer gefreut hatten, nahmen wir als erstes Crystal City in Augenschein, war es doch der Teil, den wir noch gar nicht kannten. Die Hotels hier sind alle sehr modern und luxuriös gestaltet, mit Glas und Stahl als vorherrschenden Materialien. Videoinstallationen bewerben die Casinos und Geschäfte, die es in diesem Bereich in gediegenem Ambiente zu bestaunen gibt. Gucci, Versace und Louboutain scheinen hier schon inflationär. Übermütig beschloss ich, mit meinen "geschmolzenen" Schuhen in solch ein Schuhfachgeschäft einzukehren (Schuhe ab $800) und nach Ersatz zu fragen, doch der Türsteher vor dem Laden schreckte mich dann doch ab...

Hotel Flamingo
Hotel Flamingo

Dann marschierten wir in nördlicher Richtung den Strip entlang, wo das "Belly's", dass ich 2008 noch in voller Pracht fotografiert hatte nun abgerissen wurde. Was hier wohl als nächstes entstehen würde? Wir schlenderten bei über 40°C vorbei an den Klassikern wie dem "Flamingo" und dem "Harrahs", deren Ambiente eindeutig noch aus den 70er-Jahren stammte und keinem Vergleich mit unserem Glaspalast standhalten konnte. Dennoch waren die Hotels schön anzusehen, prägen sie doch auch das Bild des Las Vegas, das jeder vor Augen hat. In den Hotels war es angenehm kühl, so dass wir bei jeder Gelegenheit durch die Casinos gingen. Was taten uns die verkleideten Gestalten leid, die in der Hitze standen, um ein paar Dollar für ein Foto zu kassieren.

Hotel "Venetian"
Hotel "Venetian"

Dann erreichten wir das "Venetian", ein fantastisches neueres Hotel, das ganz im Stil Venedigs erbaut ist. Wunderbare Schmuckgeschäfte und natürlich sämtliche italienische Designer gibt es hier. Auf dem zentralen Platz werden tagein tagaus italienische Arien von Sängern in venezianischen Kostümen gesungen und man kann sich wie im italienischen Vorbild mit Gondeln durch das Hotel fahren lassen. Über allem ist ein Himmel, der sich sogar tageszeitlich in seinen Farbnuancen verändert. Alleine dieses Hotel ist ein Erlebnis.

Hotel "Mirage"
Hotel "Mirage"

Direkt gegenüber des "Venetian" liegt das "Mirage", in dem wir 2008 übernachteten. Hier traten früher die Illusionisten Siegfried & Roy auf, deren weiße Löwen immer noch im angrenzenden "Dolphin Habitat" leben. Damals waren wir auch von diesem Hotel sehr angetan, doch im direkten Vergleich ist es eben auch schon älter, obwohl die Zimmer geräumig waren und recht grell renoviert wurden. In der Lobby befindet sich sogar ein kleiner Dschungel und vor dem Hotel bricht jeden Abend ein stilisierter Vulkan aus. Der See, in dem sich der Vulkan befindet reicht bis ans Hotel "Treasure Island" heran, an dem wiederum allabendlich die wirklich kitschige Piratenshow "The sirens of TI" mit einem großen Piratenschiff aufgeführt wird. Hier ist wirklich an jeder Ecke was los!

Cesars Palace
Cesars Palace

Neben dem "Mirage" befindet sich das "Cesars Palace" mit den Forum Shops. Auch hier gibt es den magischen Himmel, der sich der Tageszeit anpasst. Zunächst standen wir wie bereits 2008 etwas orientierungslos in der großen Lobby und fanden partout nicht die integrierte Shopping Mall. Schließlich mussten wir durch ein Geschäft hindurchgehen, um auf die interne Einkausfsstraße zu gelangen. Am besten gefallen uns hier immer wieder die Läden, in denen es signierte Filmrequisiten, Sportgeräte etc. und Poster in schönen Rahmen zu kaufen gibt. Hier kann man sich stundenlang aufhalten und stöbern. Natürlich ist hier unter $500 nichts zu kriegen und das Fotografieren ist auch streng verboten. Ein riesiger Rahmen mit Bildern und Originalautogrammen sämtlicher US-Präsidenten war das Highlight und kaum bezahlbar. So guckten wir hier und schauten da, während es draußen schon dunkel wurde. Allein im "Cesars Palace" kann man ohne zu spielen einen ganzen Tag verbringen.

Am "Cesars Palace" vorbei lugte bereits unser "Cosmopolitan" am großen See des "Bellagio" hervor. Es hatte wirklich die beste Lage am Strip, genau in der Mitte zwischen allen Hauptsehenswürdigkeiten. Obwohl es so modern war, wirkte es dennoch nicht störend zwischen den eher klassischen Bauten, die europäische Metropolen zum Vorbild hatten. So findet man den Eiffelturm des Hotel "Paris" gegenüber des dem alten Rom nachempfundenen "Cesars Palace", gefolgt vom "Venetian". Ein Besuch der Spielerstadt kann so den Besuch der alten Welt ersetzen... Im Folgenden noch ein paar Ansichten unseres Hotels:

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite flanierten wir noch ein wenig unter dem wirklich gut gelungenen Eiffelturm des Hotel "Paris". Selbst der Triumphbogen ist hier zu finden. Wahrlich beeindruckend, was hier mitten in der Wüste alles geschaffen wurde.

Abends holten wir uns noch eine Kleinigkeit beim "Panda Express" auf der anderen Straßenseite zu essen und machten es uns auf dem Balkon gemütlich. Für ein weiteres Abendprogramm waren wir nach der Hitze zu müde, außerdem wollten wir ja die einmalige Gelegenheit, Las Vegas von oben zu genießen, ausgiebig nutzen. So bewunderten wir die grandiose Aussicht über den Strip und die Fontänen des "Bellagio" direkt vor unserer Nase. In voller Beleuchtung war Las Vegas einfach unglaublich schön. Wir konnten uns nur schwer von diesem Anblick trennen, doch wir hatten morgen noch einiges vor und wollten daher auch nicht zu spät ins Bett. Dennoch konnte ich es mir nicht nehmen lassen, die tolle Blubberbadewanne samt einer ganzen Flasche Lavendel-Badeschaum auszuprobieren. Herrlich! Der nächste Tag konnte kommen...

Valley of Fire State Park

Am 16.Juli nahmen wir voller Vorfreude das inkludierte Frühstück in unserem Hotel in Augenschein. Es war wirklich fantastisch: Im "Wicked Spoon" gab es schon morgens alles, was Herz und Magen auch am Abend begehren würden. Das Buffet war in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt, so dass man an verschiedenen Tresen wunderschön dekorierte Speisen und frisch Zubereitetes direkt vom Koch bekommen konnte. Es war schier unmöglich, von allen Spezialitäten zu kosten, so dass wir froh waren auch noch den nächsten Morgen die Gelegenheit dazu zu haben. Außerdem wollten wir ja nach den würzigen Speisen auch noch etwas Platz für eine kleine Auswahl des fulminanten Törtchen- und Nachtischbuffets haben. Hier waren die köstlichen Konditorenwaren sogar mit Blattgold verziert. Im wahrsten Sinne des Wortes "vollgefressen", konnte unser heutiger Ausflug in den 90km entfernten Valley of Fire State Park starten. Das Frühstück sollte bis zum späten Abend vorhalten.

Das Valley of Fire machte seinem Namen alle Ehre, denn es war hier wirklich extrem heiß. Der aufgeheizte Boden war durch die Schuhsohlen zu spüren. An einem Felsen gab es indianische Felsritzungen zu sehen, die wir uns natürlich unbedingt aus der Nähe anschauen mussten. So stiegen wir zum einen über eine Metalltreppe zu den Zeichnungen hinauf, zum anderen gingen wir durch feinen Sand um den Felsen herum. Auch dieser Sand war kochend heiß. Doch der Weg lohnte sich, da die Petroglyphen sehr gut erkennbar waren und auch mögliche Erklärungen auf Schautafeln standen.

 

Da es wirklich extrem heiß war, standen überall Schilder, die vor dem Wandern unter diesen Bedingungen warnten. So sahen wir leider davon ab, zur Felsformation "The Wave" zu marschieren. Stattdessen kraxelten wir etwas auf den an der Straße liegenden ausgewaschenen Felsen herum, von wo aus sich schöne Ausblicke auf das Tal boten. Lange hielt man es hier in der prallen Sonne jedoch nicht aus.

Die erodierten Sandsteinfelsen, die in allen möglichen Farben von weiß über gelb, rosa, rot bis fast schwarz im Sonnenlicht leuchteten, waren wunderschön. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit hielten wir an und genossen den Anblick. Es war hier kein Geräusch zu hören, da auch kaum Menschen unterwegs waren. Auch waren außer einem Hasen, weder Tiere noch Vögel bei dieser Hitze unterwegs. Was für eine Wohltat nach dem Krach in Las Vegas! Man konnte sich kaum vorstellen, dass die Stadt nur wenige Kilometer entfernt war. 

Besonders schön fand ich das Motiv der einzigen Straße, die sich durch das Feuertal windet. Manchmal war sie komplett samt ihrer Washs zu sehen, wenige Schritte weiter, sah es aus, als würde einfach ein Stück aus dem Asphalt geschnitten worden sein. Sie fügte sich in ihrem Verlauf perfekt in die Landschaft und bot uns die Möglichkeit, dieses unwirtliche Gebiet bequem zu erkunden. Den Valley of Fire State Park können wir nur jedem Las Vegas-Besucher als Ausgleich zum Trubel empfehlen. Besonders "feurig" sollen die Felsen übrigens im Licht der Abendsonne aussehen, aber da waren wir schon wieder auf dem Rückweg...

Hotel "NewYorkNewYork"
Hotel "NewYorkNewYork"

Nach unserem Ausflug in die wunderschöne Natur, machten wir uns kurz im Hotel frisch und stürzten uns wieder ins Getümmel der Glitzerstadt. Dieses Mal stand zunächst der südliche Teil des Strips auf unserem Programm. Mit einem leckeren Erdbeersmoothie und Vanilla Bean-Shake von "Starbucks" in der Hand bummelten wir zunächst am Hotel "NewYorkNewYork" vorbei, froh, nicht in der Achterbahn zu sitzen, die um das Hotel herumführt. Ne, bei der Hitze und mit einem Smoothie in der Hand wäre das nicht so gut...

Hotel "Excalibur"
Hotel "Excalibur"

Direkt im Anschluss erreichten wir das "Excalibur", das 1993 noch das größte Hotel der Welt war. Im Hotel finden sogar Reiterturniere statt und alles ist im Stil einer mittelalterlichen Burg gestaltet; naja, innen eher als außen, denn rosane und blaue Türmchen hatten die damals glaube ich nicht... 1993 war die Übernachtung in dieser "Festung" schon etwas ganz Besonderes und hatte mir sehr gut gefallen. Über eine Fußgängerbrücke gingen wir von hier aus auf die andere Straßenseite, wo es noch einiges mehr zu sehen gab.

So zum Beispiel einen sehr originellen Souvenirshop, der wie in Fels geschlagen aussah. Eine Rolltreppe führte den stilisierten Grand Canyon hinauf, aber so weit sind wir hier nicht vorgedrungen. In der unteren Etage bestaunten wir die kitschigen Andenken und staunten über die extrem hohen Getränkepreise für Dosen und Flaschen. Schnell wieder raus hier. natürlich mussten wir zur Abkühlung auch wieder durch das eine oder andere Casino gehen, die sich jedoch grundsätzlich alle gleichen. Automat steht an Automat und so manch ein Spieler sieht aus, als könne er einem nicht mal mehr Datum geschweige denn Tageszeit nennen.

So schlenderten wir den Strip wieder Richtung Hotel, vorbei an "HardRockCafé", "Planet Hollywood", "Harley Davidson Café" und anderen bekannten Lokalitäten. Sehr nervig waren die Herrschaften, die einem alle paar Meter nervige Werbekärtchen einschlägiger Etablissements unter die Nase halten. 

Da mit der Dunkelheit, die Stadt immer schöner wurde, schlenderten wir nun noch immer weiter den Strip in Richtung Süden hinab. Zu schön waren die funkelnden Schilder und Reklamen! Trotz der Hitze und unseres Ausflugs waren wir noch erstaunlich fit und standen plötzlich wieder gegenüber des "Mirage". Gerne wollte sich mein Mann noch die "Auto Collection" im "Imperial Palace" anschauen, für die wir zuvor extra Freikarten im Internet ausgedruckt hatten, doch diese war natürlich schon geschlossen. Stattdessen gerieten wir in eine wirklich schlechte Imitationsshow, woraufhin wir den Ort des Geschehens schnell wieder verließen und stattdessen bei "McDonald's" einkehrten. Wie 2008 warteten wir wieder ewig auf unsere Burger und wurden schon leicht ungeduldig, da sich der Fußweg vor dem "Mirage" doch schon sehr füllte. 

Schwupps, den Burger eingeworfen und über die Straße gelaufen und schon ging ein Klassiker Sin Citys los: Der Vulkanausbruch vor dem "Mirage":

Auf dem Rückweg zum Hotel beschlossen wir, doch noch zur Fremont Street zu fahren, da hier ebenfalls immer etwas los ist und es eigentlich auch das ursprüngliche Las Vegas ist. Zunächst stoppten wir jedoch am See vor dem "Bellagio", wo gerade die Fontänen tanzten. Im Hintergrund erstrahlte das "Cosmopolitan" in warmem Blau. Auch von unten war das ein faszinierendes Schauspiel. Bei unserer noch besseren Komplettansicht , die wir vom Balkon aus genossen, fehlte im Gegensatz zu diesem Standpunkt die Musikuntermalung, so dass beide Perspektiven ihren besonderen Reiz hatten.

Wedding Chapel
Wedding Chapel

 

Dann holten wir unser Auto aus der Tiefgarage und fuhren auf dem total verstopften Strip Richtung Downtown, wo es noch viele kleinere Motels und eben die typischen Wedding Chapels gab. Bei der "Liitle White Chapel", wo man das Elvis-Arrangement buchen konnte, stoppten wir für ein paar Fotos. Leider war der "Tunnel of Love" samt Pink Cadillac bereits abgesperrt. Naja, wir sind ja schon verheiratet...

Fremont Street Experience
Fremont Street Experience

Schließlich kamen wir an der Fremont Street an. Noch 1993 war dies hier das Hauptentertainment-Viertel, der eigentliche Strip mit seinen Casinos und Leuchtfiguren. Als wir ankamen spielte auf einer großen Bühne gerade eine Band im Rahmen des Events "Rock of Vegas" eine gelungene Interpretation des Johnny Cash Hits "Ring of Fire". Doch nicht nur hier spielte die Musik, fast an jeder Ecke versuchte jemand mit zumeist guten Darbietungen, einen Dollar zu verdienen. Der Saxofonist Carl Ferris, der vor dem "Binion`s" spielte, hatte es anscheinend schon geschafft und schien mittlerweile eine feste Größe in Las Vegas zu sein. Sein Name samt Konterfei erschien auf der großen Leinwand über der Straße und er hatte sogar seine eigenen Merchandising-Artikel dabei. Er war aber auch richtig gut. So konnte man allein in dieser Straße die ganze Nacht verbringen, bei kostenloser guter Musik und recht günstigen Getränken. Schön war's!

Wie hatte sich hier doch alles verändert: Winkte der Vegas Vic 1993 noch unter freiem Himmel, schützte ihn nun ein mit 12,5 Mio LED-Leuchten bestückter künstlicher Himmel vor dem Wetter. Auf dieser riesigen Leinwand, die die gesamte Fremont Street überdacht liefen im Stundentakt über die gesamte Straßenlänge spektakuläre Musikvideos, für die alle anderen Lichter ringsum gedimmt wurden. Auch wir standen bis zur Genicksteife mit dem Kopf im Nacken mit offenem Mund da und staunten.

Hotel "CircusCircus"
Hotel "CircusCircus"

Doch irgendwann mussten wir wohl oder übel den Rückzug antreten, zumal am nächsten Tag über 500km Fahrt vor uns lagen. So verließen wir Downtown und machten uns im dichten Verkehr zurück auf den Weg zum Hotel. Hierbei kamen wir auch am alten "CircusCircus"-Hotel vorbei, dem ersten Kasinohotel, das ein kostenloses familienfreundliches Unterhaltungsprogramm abseits der Spielhallen anbot und somit der Vorreiter für die spektakulären Shows und Vergnügungen war. 

Im Hotel hüpfte ich natürlich zuerst in die tolle Blubberbadewanne und genoss ein letztes Mal den Blick auf die Fontänen. Zu schnell verging die Zeit!

Fahrt durch die Mojave-Wüste
Fahrt durch die Mojave-Wüste

Abends checkten wir dann auf einem unserer beiden Flachbildfernseher unser Zimmerkonto, auf dem ein merkwürdiger Betrag aus dem Hotelrestaurant aufgeführt war, zudem hatte die "New World Travel Agency" das Upgrade noch nicht geregelt, so dass ein ordentlicher Batzen Geld noch zu unseren Lasten geführt wurde. So hieß es am nächsten Tag zunächst im "Wicked Spoon" nachzufragen, wo denn die Kontobelastung herkäme, zumal das Frühstück (war übrigens wieder fantastisch!!!) doch inkludiert war. Nach langem Hin und Her, zu dem dann letztlich der deutsche Restaurantmanager gerufen wurde, stellte sich heraus, dass eine Servicekraft sich einfach ein ordentliches Trinkgeld gutgeschrieben hatte. Das war denen dann aber doch sehr peinlich und wir bekamen sogar noch zu Hause eine Entschuldigungsmail. Nachdem dies geklärt war, riefen wir noch mal die DERTOUR-USA-Vertretung an, die doch allen Ernstes behauptete, dass wir entgegen der Absprache ein höheres Upgrade (Premium View) gemacht hätten, wofür sie natürlich nicht aufkommen würden. Also gingen wir zum Auschecken direkt an die Rezeption, um uns zu vergewissern, kein unverschämtes Upgrade gemacht zu haben. Und was war? Man sagte uns, dass es nur zwei Zimmerkategorien gebe, wir einfach Glück mit der Supersicht hatten (muss man ja auch mal haben...) und nie eine E-mail von der Agentur eingegangen wäre. Soso! Wir streiten uns immer noch mit denen herum...

Doch das Hotel war der Wahnsinn und so gefiel uns Las Vegas in diesem Jahr noch besser als 2008, weshalb wir sogar etwas wehmütig unsere Reise fortsetzten. Zum Glück wussten wir, was uns als letztes Hotel erwartete, da es ebenfalls eine Umbuchung war. So ließen wir die pulsierende Stadt hinter uns und befanden uns schon bald in der Mojave-Wüste.

Calico Ghost Town

Calico Ghost Town
Calico Ghost Town

Ich wollte unbedingt einen Abstecher nach Calico machen, eine Geisterstadt, die ich bereits 1993 mit meinem Vater besucht hatte. Natürlich sollte mein Mann sie nun auch sehen, da sie uns vor (oh Gott...!) 20 Jahren sehr gut gefallen hatte. Aber was war das? $8 Eintritt und kein Geist, stattdessen mutete der 1896 verlassene Ort wie ein Freizeitpark an, in dem man nun für Zusatzgeld Goldschürfen oder mit der alten Bergbahn fahren konnte. Es war nicht zu übersehen, dass die Betreiber der "Knott's Berry Farm" sich des Ortes angenommen hatten. Gerade nach den zuvor auf unserer Reise gesehenen echten Geisterstädten, muss man sich eine derart touristische Veranstaltung nicht zwingend geben. Wer jedoch nur einen Abstecher zwischen Las Vegas und Los Angeles machen will, um einen klischeevollen Eindruck des alten Westens zu erhaschen, dem wird es wohl genügen und auch beeindrucken. Im Folgenden noch ein paar Impressionen einer Geisterstadt, deren "Geist" inzwischen leider verloren gegangen ist:

Elmar Longs Bottle Tree Ranch
Elmar Longs Bottle Tree Ranch

In Barstow gelangten wir schließlich wieder auf die Route 66. Das California Welcome Center ging dabei irgendwie an uns vorbei. Auf altem Asphalt ging es nun durch kleine zum Teil verlassene Ortschaften wie Lenwood und Helendale. Am Ortsausgang von Helendale, einem kaum als solchem auszumachenden Ort, stoppten wir an Elmar Longs Bottle Tree Ranch. Elmar Long, der uns sogar persönlich begrüßte, hat seinen gesamten Vorgarten mit "Bäumen" aus selbstgesammelten Flaschen geschmückt. Auch allerlei andere Fundstücke hat er dabei verarbeitet. Hinter diesem "Wald" lebt er in einem ebenfalls zugerumpelten Mobile Home und fühlt sich augenscheinlich sehr wohl dabei, ist er schließlich der einzige Bewohner Helendales, der ob seiner Kunst wenigstens dann und wann Besucher hat. Das sollten wir mal bei uns nachmachen, da wäre aber gleich das Ordnungsamt zur Stelle...

San Andreas Graben
San Andreas Graben

Dann ging es durch eine wenig attraktive Gegend an einem Zementwerk vorbei über den Mohave River. Im Außenbezirk von Victorville konnten wir einen Blick auf einen Flugzeugfriedhof mit über hundert Maschinen erhaschen. Zwischen Victorville und San Bernardino überfuhren wir die berüchtigte San Andreas Verwerfung, wo zwei tektonische Platten mit einer jährlichen Geschwindigkeit von sechs Zentimetern aneinander entlang driften. Mit dieser Trennungslinie zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte erreichten wir den Großraum Los Angeles, in dessen Getümmel wir die Route 66 verloren.

Los Angeles

Queen Mary
Queen Mary

Durch den dichten Großstadtverkehr schoben wir uns nach Long Beach, wo wir wie schon 2008 auf der alten Queen Mary übernachten wollten. Schon von Weitem sahen wir das große Kreuzfahrtschiff im Hafenbecken liegen. Der Parkplatz war recht voll und auch in der Lobby tummelten sich einige Gäste. 2008 waren wir noch ganz alleine auf dem Schiff und konnten uns jederzeit alle Säle und sogar die Brücke ansehen. Nun war dies leider nur noch im Rahmen einer kostenpflichtigen Führung oder Geistertour möglich. Leider hatten wir dieses Mal ein Zimmer zur Landseite, aber auf einen Zimmerwechsel hatten wir  nach dem Drama in Las Vegas keinen Nerv mehr. Über 500km lagen an diesem Tag hinter uns, so dass wir nur noch etwas essen und schlafen wollten. 

blinder Passagier
blinder Passagier

So fuhren wir noch einmal nach Long Beach, um etwas Essbares aufzutreiben. Der Ort ist sehr schön gestaltet, jedoch ist deutlich zu sehen, dass es den Menschen hier wirtschaftlich nicht gut geht. Viele Geschäfte stehen leer und in den Parkanlagen hatten sich zahlreiche Obdachlose niedergelassen. Wohl fühlten wir uns hier im Dunkeln nicht gerade und so aßen wir nur etwas in einem "Panda Express" und machten uns schnell auf den Rückweg zu unserem Schiff. Hier flanierten wir noch ein wenig an Deck, wo uns plötzlich ein blinder Passagier über den Weg lief. Ein Waschbär war irgendwie auf das Schiff gelangt, konnte jedoch nicht mehr hinunter, da das Treppenhaus gesperrt war. In den Fahrstuhl ließ er sich jedoch nicht locken, da auch noch zu viele Menschen unterwegs waren. Fast hätte er eine Taube geschnappt, die neben den Planken ein Gelege hatte. Etwas zu Fressen würde er also finden, wobei ich mir schon wieder Sorgen um die Taube machte...

Die Nacht war sehr laut! Da wir 2008 nahezu alleine hier waren, fiel uns nicht auf wie hellhörig das Schiff ist. Die Wände müssen aus Pappmaché sein, jedenfalls dachten wir, dass die Leute, die sich unterhielten, direkt vor unserem Bett standen. Aber nein, wir hörten jeden Laut aus den Nachbarkabinen, so dass wir uns selber schon gar nicht mehr rühren mochten. Sorry, mussten die anderen Passagiere eben auch unser Schnarchen ertragen... Etwas unausgeruht frühstückten wir am nächsten Morgen an Deck und genossen den Blick auf das gegenüberliegende Long Beach. Auf dem Schiff gab es einen "Starbucks", wo wir uns mit Kaffee und Sandwiches versorgten. Auch die Taube hatte die Nacht trotz des Waschbären überstanden und auch ihre Eier waren noch da. Dann konnte der neue Tag ja losgehen!

Old World Village
Old World Village

Zunächst fuhren wir nach Huntington Beach, wo mein Mann unbedingt bei Chip Foose vorbeischauen wollte. Der Autodesigner ist in den USA bekannt wie ein bunter Hund und auch in Deutschland auf DMAX mit seiner Sendung "Overhaulin" zu sehen. 2008 trafen wir ihn in seiner Werkstatt und hatten die Gelegenheit in seinem Büro mit ihm zu reden, Fotos zu machen und Zeichnungen signieren zu lassen. Voller Vorfreude waren wir deshalb schon viel zu früh vor Ort, denn nur in der Mittagspause ist die Werkstatt zugänglich. So besuchten wir erst noch das "Old World Village", wo wir in einem deutschen Supermarkt einkauften und von einer netten Kielerin bedient wurden. Leider stand hier auch schon einiges leer, obwohl dieses Viertel doch genau den Geschmack der Amerikaner treffen sollte...?

bei Foose-Design
bei Foose-Design

Endlich war es soweit und wir konnten die heiligen Hallen des großen Meisters des Autodesigns betreten. Seine Assistentin erläuterte die aktuellen Projekte und sagte, dass Chip Foose gerade nach Australien abgeflogen sei. Schade! Dennoch: Von den anderen Fans, die mit uns durch die Werkstatt streiften, hatte ihn noch niemand getroffen... So schauten wir uns die Zeichnungen, Entwürfe und Karosserien an, die ich in allen Einzelheiten für meinen Mann fotografieren musste. Zu schnell war die Stunde dann auch schon wieder um, so dass wir das Gelände verlassen mussten. Mein Mann kaufte sich noch ein kleines Souvenir und strahlte wie ein kleiner Junge. Irgendwann kommen wir bestimmt nochmal wieder und lassen uns dann das gemeinsame Bild mit dem "Meister" signieren.

Hollywood
Hollywood

Danach machten wir uns auf den Weg nach Hollywood. Zunächst zog es uns zum Highland Center, von wo aus man sogar einen Blick auf das Hollywood Sign erhaschen konnte. Dann flanierten wir über den Hollywood Boulevard, vorbei an allerlei verkleideten Gestalten und den Sternen der Stars. Vor Grauman's Chinese Theatre bewunderten wir die neu hinzugekommenen Handabdrücke und stöberten schließlich noch in einem der zahllosen Souvenirshops. Lange blieben wir jedoch nicht und auch vom Kauf einer Starmap sahen wir ab, da wir bereits 2008 die Villen der berühmten Einwohner in den Hollywood Hills und Beverly Hills angefahren hatten. Beim zweiten (für mich sogar schon dritten) Mal ist hier alles gar nicht mehr so spektakulär und es gibt weißgott schönere Ecken in Los Angeles.

Beverly Gardens Park
Beverly Gardens Park

Nach unserem kurzen Besuch auf dem Hollywood Boulevard, besuchten wir das schicke Beverly Hills, wo wir direkt am Beverly Gardens Park parkten. Hier befindet sich ein Brunnen mit einem großen Beverly Hills Schild. Hinter dem Park sind die wunderschönen Straßen mit den Villen vieler Stars, gegenüber des Parks geht es auf den mondänen Rodeo Drive. Im Park herrschte striktes Rauchverbot und ein Sicherheitsmann achtete auf die Ordnung im Park. Schöne Skulpturen komplettierten das gepflegte Ambiente. Das war schon ein ganz anderer Schnack als auf dem lauten und recht schmuddeligen Hollywood Boulevard.

Rodeo Drive
Rodeo Drive

Dann flanierten wir über den Rodeo Drive mit seinen sündhaft teuren Boutiquen und Galerien. Hier konnte man sich gut vorstellen, wie sich Julia Roberts im Film "Pretty Woman" fühlte, denn auch mich befiel hier eine gewisse Schwellenangst, so dass wir nur die Auslagen in den Schaufenstern betrachteten. Den Satz "Ich glaube nicht, dass wir etwas Passendes für Sie haben!" wollte ich dann doch nicht hören... Dennoch fühlten wir uns hier weitaus wohler, als in den nicht so glamourösen Ecken der Stadt, da Sicherheit hier wegen der reichen Klientel groß geschrieben wird. Alles ist gepflegt und sehr gediegen. Besonders schön ist die kleine kopfsteingepflasterte Fußgängerzone, die hinter dem klassischen Rodeo Drive-Schild hinaufführt. An ihrem Ende gab es ein sehr schönes italienisches Restaurant mit Außenbestuhlung oberhalb einer Steintreppe, das gar nicht so teuer wie erwartet war. Leider verspürten wir nur so gar kein Hüngerchen, sonst hätten wir uns hier bestimmt noch niedergelassen.

Am Ende des Rodeo Drive steht das altehrwürdige "Beverly Wilshire"-Hotel, in dem unter anderem der Film "Pretty Woman" gedreht wurde. Wir warfen einen kurzen Blick in die Lobby, die jedoch nicht so spektakulär wie erwartet war. Dann bummelten wir über die vermutlich exclusivste Einkaufsstraße der Welt wieder zu unserem Auto am Beverly Gardens Park.

The Grove
The Grove

Im Anschluss fuhren wir zum nicht weit entfernten Farmers Market, einer Art permanentem Wochenmarkt, wo man superfrische landwirtschaftliche Produkte und Spezialitäten aus aller Welt kaufen kann. Angrenzend befindet sich das Shoppingzentrum "The Grove", mit Boutiquen und Shops. Das Gelände war sehr schön angelegt mit einem Brunnen auf dem zentralen Platz. Eine nostalgische Bahn verband den Farmers Market mit diesem Einkaufsparadies, was ob der geringen Entfernung eigentlich gar nicht nötig war.

Farmers Market
Farmers Market

Am Farmers Market, der um eine alte Tankstelle herum entstanden war, war es dann plötzlich da: das Hüngerchen! Und hier hatten wir die Qual der Wahl, da Fressbude an Fressbude stand und wir gar nicht wussten, was wir probieren sollten. Eine lange Schlange an einem brasilianischen Imbiss ließ darauf schließen, hier nichts falsch machen zu können. Und es war wirklich fantastisch: Man konnte sich von fünf verschiedenen Fleischspießen so viel abschneiden lassen wie man wollte, die Beilage nahm man sich von einem Buffet. Am Ende bezahlte man nach dem Gewicht des Tellers. Das Essen war total lecker und es gab hier als Beilage meine geliebten frittierten Bananen, auf die ich seit unserem letzten Floridaurlaub süchtig bin. Den "Pampas Grill" können wir absolut empfehlen. Danach noch einen Donut und einen Kaffee und wir fuhren vollgefressen zurück zu unserer Queen Mary.

Santa Monica Pier
Santa Monica Pier

Am 19.Juli wollten wir einen Strandtag am Pazifik einlegen. Unser erstes Ziel war der Santa Monica-Pier, wo wir natürlich den Endpunkt der Route 66 besuchen mussten. So flanierten wir über den Pier zum Palisades Park mit seiner Achterbahn über dem Meer. Von hier aus sahen wir sogar Delfine, die fröhlich im Meer herumtollten. Am Route 66-Schild war ordentlich was los, wobei vermutlich die Wenigsten hier die ganze Strecke gefahren waren. Ein bisschen stolz waren wir an diesem Punkt schon auf uns! Aber auch ein wenig traurig, denn hier war unsere Tour nun definitiv zu Ende. Nur ein Tag blieb uns noch in Kalifornien, dann würde es schon wieder nach Deutschland gehen. Aber nun waren wir ja erstmal noch hier und genossen das Lebensgefühl von Santa Monica.

Am Parkplatz unterhalb der Pier entdeckten wir ein "Tsunami Evacuation-Route"-Schild, was wir vorher noch nie gesehen hatten. Wir kannten bisher nur die "Hurrican Evacuation-Route"-Schilder aus Florida. Uih, diese Warnung ist zwar nötig aber irgendwie gruselig, denn wirkliche Anhöhen gab es hier nirgends, so dass man zu Fuß vermutlich null Chance hätte, einer Flutwelle zu entkommen. Also schnell ins Auto und weiter Richtung Malibu. Hier wollten wir gerne das aus der Fernsehserie "Detective Rockford" bekannte Beach Café besuchen, doch dies erwies sich als enttäuschendes Unterfangen. Allein das Parken sollte hier $40 kosten, so dass wir nur einen kurzen Blick auf das Etablissement warfen und dann doch lieber weiterfuhren.

Malibu Beach
Malibu Beach

In Malibu an den Strand zu kommen war gar nicht so einfach, da alle öffentlichen Parkplätze teuer und dennoch voll waren und an der Straße das Parken zumeist verboten war. Doch an einem Abschnitt verließ gerade jemand seinen Straßenparkplatz, den wir uns natürlich sofort unter den Nagel rissen. So konnten wir doch noch ein wenig am Pazifik spazieren gehen. Verwöhnt vom Golf von Mexico in Florida, war es uns hier aber zu kalt zum Baden und auch die Brandung war sehr stark. Wegen des einsetzenden Hochwassers durften wir leider nicht direkt an den Stelzenhäusern am Strand vorbeigehen, da man den zumeist prominenten Bewohnern sonst zu sehr auf den Tisch gucken konnte. Schade! Für einen Spaziergang war der Strand allerdings perfekt! Und Neid kam ob der zuvor gesehenen Tsunamischilder auch nicht wegen der prädestinierten Wohnlage bei uns auf... Selbst bei normalem Hochwasser schwappte das Wasser schon bis an die Stelzen heran. Ne, das wäre uns nicht geheuer, so sehr wir das Meer auch lieben.

Griffith Observatory
Griffith Observatory

Nach diesem Ausflug ans Meer fuhren wir noch zum Griffith Observatory im größten städtischen Park LAs. Von der alten Sternwarte bot sich ein fantastischer Blick über das stets dunstige Los Angeles und auch einen Blick auf das Hollywood Sign konnte man erhaschen. Eine Büste James Deans erinnert daran, dass hier die Messerkampfszene aus "Denn sie wissen nicht, was sie tun" gedreht wurde. Da der Eintritt kostenlos und es innen auch angenehm kühl war, warfen wir auch einen Blick in das Planetarium. Dann kurvten wir durch die Hollywood Hills zurück in die Stadt.

Suchaktion in Long Beach
Suchaktion in Long Beach

Dann zog es uns wieder zum "Pampas Grill" auf den Farmers Market. Das Essen war so lecker gewesen, dass wir es unbedingt noch einmal genießen mussten, zudem heute die letzte Gelegenheit dafür war. So gab es wieder lecker frittierte Bananen und Yuccas, Knoblauchfleisch und vieles mehr von dem köstlichen Buffet. Danach holten wir uns noch Wein aus dem Whole Foods Market, vor dem wir parkten und ließen den Abend noch gemütlich an Deck ausklingen, wobei wir Zeuge einer Polizeisuchaktion auf der gegenüberliegenden Seite in Long Beach wurden. Ein Hubschrauber kreiste die ganze Zeit über den Häusern und leuchtete das Areal mit Suchscheinwerfern von oben aus. So etwas kannten wir sonst auch nur aus Filmen; nun konnten wir die Aktion mit einem Wein in der Hand beobachten. Besser als Fernsehen...!

Cars & Coffee in Irvine
Cars & Coffee in Irvine

Die Nacht war recht unruhig, da am Abend nicht nur eine Hochzeit sondern auch zwei family reunions an Bord stattgefunden hatten, deren Teilnehmer erst mitten in der Nacht in ihre Kabinen zurückkehrten, was nicht gerade leise vonstatten ging. Ich verweise nur nochmal auf die extrem dünnen Wände... Entsprechend passierte, was am nächsten Morgen passieren musste: Wir haben verschlafen. Mein Mann hatte sich auf meinen inneren Wecker, der im Urlaub eigentlich noch besser funktioniert als sonst, verlassen und wollte mir schon böse Absicht unterstellen. Doch ich schwöre, dass es ein Versehen war (und natürlich die anderen daran Schuld waren...). Ausgerechnet an diesem Morgen wollten wir nämlich zu "Cars & Coffee" nach Irvine fahren. Jeden Samstag treffen sich Autoverrückte und Oldtimerfans zum Sonnenaufgang auf einem großen Parkplatz, bewundern ihre Autos, trinken Kaffee und fachsimpeln über ihre Vehikel. Bereits um 9.00Uhr ist das Spektakel dann schon wieder vorbei. Tja, wir kamen erst um kurz vor 9.00Uhr an... Sorry Schatz, es tut mir heute noch leid!

Da es an diesem 20.Juli ja noch sehr früh war, wollten wir im Anschluss noch einen Tag in einem Freizeitpark verbringen. Da wir bereits im Disneyland und den Universal Studios waren und für die Warner Bros. Studios eine Voranmeldung erforderlich gewesen wäre, beschlossen wir uns in diesem Jahr einmal die Mutter aller Freizeitparks in LA anzuschauen: Die "Knott's Berry Farm", die ganz im Zeichen der Peanuts steht. Um einen Blick auf die Attraktionen des Parks erhaschen zu können, mussten wir direkt auf den dazugehörigen Parkplatz fahren und erstmal $16 bezahlen. Bei näherer Betrachtung gefiel uns der Park jedoch schon im Eingangsbereich überhaupt nicht, da alles doch sehr alt wirkte. Da der Eintrittspreis dennoch $48 betrug, entschlossen wir uns zum Rückzug, auf dem wir aber noch einen Kolibri an einer Vogeltränke trafen.

Disneyland

Disneyland
Disneyland

Und so fuhren wir doch wieder ins Disneyland nach Anaheim, das uns immer wieder gut gefällt. Schon an der Kasse fühlt man sich trotz des stolzen Eintrittspreises wie ein kleines Kind. Fröhlich summend spazierten wir die Main Street entlang und freuten uns wie die Schnitzel über die tollen Sachen in den Geschäften. Nachdem wir uns mit einem Hotdog gestärkt hatten, sahen wir noch einem Cartoonzeichner bei der Arbeit zu, freuten uns an den liebevoll gestalteten Skulpturen und bewunderten die schönen zumeist rosafarbenen Gebäude dieses freundlichsten Ortes auf der Erde. Was ist das Leben bei Mickey doch schön...!

Adventureland
Adventureland

Von der Main Street führte uns der Weg zunächst ins Adventure Land, wo wir die "Pirates of the Caribean" besuchten. Diese Fahrt ist Pflicht bei jedem Disneyland Besuch. Durch die Nacht fährt man vorbei an Piratenorten, gerät in eine Seeschlacht, bis man schließlich Captain Jack Sparrows beim Sichten seiner Beute sieht. Immer wieder schön! Ansonsten gibt es hier eine Nachbildung des French Quarters in New Orleans, Tom Sawyer Island, Tarzan's Baumhaus, sowie ein Viertel, das sich ganz den Abenteuern von Indiana Jones widmet.

Haunted Mansion
Haunted Mansion

 

 

 

Am New Orleans Square reihten wir uns in die Schlange der Wartenden ein, um das Haunted Mansion zu besuchen, eine Geisterbahn par excellence. Die Illusion ist perfekt und mit viel Liebe zum Detail gemacht, am Ende sitzen sogar lustige Geister neben einem in der Bahn... Hier hatte sich das lange Warten gelohnt.

Critter Country
Critter Country

Während mein Mann als Single Rider im Critter Country mit einer Bahn fuhr (mir ging es am Ende zu steil hinunter), kaufte ich mir einen Haarreif mit Mäuseohren, den ich den ganzen Tag auch nicht mehr absetzte. Jaja, man wird hier zum Kind... Aber ohne entsprechenden Kopfschmuck fällt man hier schon fast unangenehm auf. In der Heimat von Winnie Pooh und seinen Freunden zog sich der Himmel leider völlig zu und es begann wie aus Eimern zu schütten. So ein Ärger! Mein Mann war nach der Fahrt ohnehin schon patschnass, doch machte das Laufen durch den Regen natürlich nicht gerade Spaß, außerdem litten meine neuen Ohren.

Tomorrowland
Tomorrowland

 

 

 

 

 

Leider fiel auch die große Nachmittagsparade wegen des Regens aus. So gingen wir eben weiter ins Tomorrowland, wo wir mit "Star Tours" durch den Weltraum flogen und das sogar in 3D! Allein der Wartebereich war eine Attraktion für sich, da man sich wie auf einem Weltraumbahnhof vorkam mit Anzeigetafeln auf klingonisch. Der eigentliche Ride fand in einem Spaceshuttle statt, in dem man sich anschnallen musste, da man ordentlich durchgeschüttelt wurde. Das war ein Spaß!

Toontown
Toontown

Kaum betraten wir Toontown schien auch wieder die Sonne. Toontown im Disneyland LA ist einfach nicht zu toppen, Florida und Paris kommen da absolut nicht mit. Es ist nicht nur größer, sondern so gestaltet, dass man sich wie in einem Comic vorkommt. Alle Häuser sind zu betreten und innen genauso liebevoll gestaltet wie außen. Es ist der schönste Teil des Parks und es gibt so viel zu sehen und Details zu entdecken, dass man durchaus einen ganzen Tag hier verbringen könnte. Aber seht selbst:

Natürlich mussten wir auch neugierig durch Minnies rosa Haus marschieren und dabei in ihrem Wohnzimmer Probe sitzen. Besonders niedlich ist allerdings die Küche, wo man sogar einen Blick in den Kühlschrank werfen konnte. Im Geschirrspüler tanzten fröhliche Tassen und im Backofen ging gerade ein bunter Kuchen auf. So niedlich !

Bei Mickey war es nicht so rosa, aber er ist ja auch ein Mann! Doch auch sein Haus war total süß eingerichtet und auch Plutos Körbchen durfte natürlich nicht fehlen. In der Waschküche wurden gerade seine Handschuhe geschleudert. Dann gelangte man in seinen Garten, wo ein Hase vor unserer Nase die Mohrrüben aus dem Beet klaute. Als wir schließlich im Schuppen standen, stellten wir fest, dass dies alles der "Wartebereich" zu einer Bahn war. Da wir aber nicht mitfahren wollten, mussten wir nun wieder durch das ganze Haus zurück, was gar nicht so einfach war, da es mittlerweile rappelvoll war. Der arme Mickey! So viele fremde Leute im Haus, die sich auch noch frech überall raufsetzen und alles anfassen. Das ist der Preis des Ruhmes...

 

 

Als wir Toontown verließen, wurden gerade Vorkehrungen für die Parade getroffen. Nun hieß es, sich einen Platz direkt an der Straße zu sichern, um eine gute Sicht zu haben. Da die große Parade wegen des Regens ausgefallen war, gab es nun wenigstens eine kleinere Variante. Damit hatten wir gar nicht mehr gerechnet.

Wir gingen hinter den Paradewagen her bis wir den Eingang von Fantasyland erreichten. Da mussten wir natürlich auch noch hin. In diesem Bereich stand alles im Zeichen von Märchen und Fantasie. In Anlehnung an die Gebrüder Grimm und somit der Schauplätze der meisten Märchen waren die Gebäude im urdeutschen Stil gebaut. Fantasyland liegt direkt hinter dem Cinderella Castle, so dass wir durch das Schloss über eine Zugbrücke wieder auf die Main Street gelangten.

Weil noch genügend Zeit bis zum großen Feuerwerk war, zog es uns noch einmal ins Adventureland, wo mein Mann mit der Indiana Jones-Bahn fahren wollte. Mir war sie zu wild, weshalb wir Tarzans Baumhaus als Treffpunkt ausmachten und er sich in die Singlerider-Reihe stellte. Ging dies normalerweise immer sehr zügig, kam er dieses Mal ewig nicht wieder. Es wurde nun schon richtig dunkel und das Parkpersonal sperrte die Nebenwege ab. Toll, da wollten wir uns doch treffen! Um meinen Mann nicht zu verpassen, hockte ich mich auf einen Bordstein neben einem Mülleimer, von wo ich den Ausgang der Bahn im Auge hatte. Doch er kam und kam nicht und ich kam mir (direkt neben einem miefigen Mülleimer!) schon ganz schön doof vor. Immer nachdrücklicher wurde mittlerweile der gesamte Bereich geräumt, doch ich verteidigte meinen Platz. Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte mein ziemlich durchgerüttelter Mann wieder auf. Hätten wir uns hier im Dunkeln verpasst, hätten wir uns zwischen den zigtausenden Menschen bestimmt nie wiedergefunden. Glücklich wiedervereint entschieden wir uns gegen die Lichtershow am See vor Tom Sawyer Island und für einen Hot Dog an der Main Street. Hier versammelten sich schon viele Menschen, um das große "Wishes"-Feuerwerk zu sehen. Wir quetschten uns schließlich direkt in die Mitte, was für mich ziemlich unpraktisch war, da ich zwar das Höhenfeuerwerk, nicht aber das illuminierte Schloss sehen konnte, weil ich immer irgendwelche Mäuseohren vor der Nase hatte. Das Feuerwerk wird von einer zum Schloss schwebenden Elfe eröffnet. Dann wird die Geschichte von Cinderella erzählt, begleitet von Musik, auf die das Feuerwerk exakt abgestimmt ist. Es ist das schönste Feuerwerk der Welt und man muss zwangsläufig dabei weinen, weil es so fantastisch gemacht ist. Selbst gestandene Männer hatten am Ende Tränen in den Augen!

Nach dem tollen Feuerwerk mochten wir uns immer noch nicht von Disneyland trennen. So drehten wir noch eine Runde mit der Railroad um den Park. Doch dann war Toreschluss und alle mussten das Mäuseland verlassen. Mit einer Bahn wurden wir zurück zum Parkhaus gefahren. Lustig fand ich, wie Kerle, vor denen wir nachts in Downtown die Straßenseite gewechselt hätten, mit Mickeymausohren vor uns saßen. Bei Disney werden halt alle weich...

Queen Mary Village
Queen Mary Village

Am nächsten Tag war die Stimmung gedrückt: Es war der 21.Juli, der Tag des Rückflugs. Waren die drei Wochen wirklich schon wieder um? Nachdem wir unsere Koffer gepackt und im Auto verstaut hatten, statteten wir dem Queen Mary Village einen Besuch ab. Es war immer noch so verlassen wie bei unserem ersten Besuch 2008. Vermutlich werden die Gebäude nur für besondere Veranstaltungen genutzt. Dennoch war es recht nett angelegt und die Schlote der Queen Mary lugten zwischen den Dächern, der im britischen Stil erbauten Häuser, hervor.

Downtown LA
Downtown LA

Danach fuhren wir noch nach Downtown LA, wo sonntags natürlich nicht wirklich viel los ist, da hier ja vorwiegend Banken und Bürogebäude sind. So fanden wir problemlos einen Parkplatz und schlenderten an den Hochhäusern vorbei Richtung Broadway und Juwelierviertel. Dabei kamen wir auch am "Millenium Biltmore"-Hotel vorbei, in dem wir 2008 übernachtet hatten. Der Sonntag wird gerne für Filmproduktionen genutzt, da Straßensperrungen dann kein Verkehrschaos zur Folge haben. Auch an diesem Tag fanden Dreharbeiten statt, wie wir von einer Brücke aus sehen konnten.

Der Broadway war in den 1920er und 30er-Jahren das kulturelle Zentrum der Stadt. In den Theatern und Kinos fanden Filmpremieren und Uraufführungen statt. Heute werden sie noch dann und wann von Filmcrews als Kulisse genutzt, sind jedoch sonst geschlossen und verfallen zusehends. Das Viertel ist in lateinamerikanischer Hand, was unschwer an den Auslagen in den Geschäften und der aus ihnen dringenden Musik zu erkennen ist. Zufällig entdeckten wir an der Ecke 7th St/Broadway ein Hinweisschild auf das ursprüngliche Ende der Route 66. Ach ja, das war ja unsere ursprüngliche Reise! Nach so viel LA war die Motherroad schon fast in Vergessenheit geraten. Gut, dass wir nun am letzten Tag nochmal mit ihr konfrontiert wurden.

Walt Disney Concert Hall
Walt Disney Concert Hall

 

 

 

 

 

 

Unser letztes Ziel in Downtown war die Walt Disney Concert Hall. Leider kam sie wegen des bedeckten Himmels nicht so zur Geltung, wie sie es wohl im Sonnenschein täte. Dennoch ist das vom Architekten Frank Gehry entworfene Bauwerk sehr eindrucksvoll. Die Konzerthalle ist Sitz des Los Angeles Philharmonic Orchestra. An diesem Sonntag diente das Gebäude jedoch sowohl einer Hochzeitsgesellschaft als auch einem Männermodel als Hintergrundkulisse.

Bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machten, gaben wir noch flugs die Adresse der "John Wayne"-Statue am Wilshire Boulevard ein, da ich sie unbedingt noch für meinen Papa fotografieren wollte. 1993 hatten wir sie nur vom Bus aus gesehen, jetzt sollte mein Vater das Foto bekommen. Und tatsächlich: John Wayne war noch nicht weggeritten...

Dann war es so weit: Zunächst mussten wir uns von unserem Chevy verabschieden, der uns sicher quer durch die USA kutschiert hatte. Dann checkten wir am Airport ein, aßen noch lecker Sushi und begaben uns durch den Security Check. Da saßen wir nun in der Wartehalle, in der es leider kaum etwas zu gucken gab. Und wir saßen und saßen und suchten vergeblich unseren Flug auf der Anzeigetafel. Irgendwann war es uns dann zu komisch und wir verließen den Sicherheitsbereich wieder, um am Lufthansa-Schalter nachzufragen, was denn mit unserem Flug sei. Erst hier erfuhren wir, dass der Flug zwei Stunden Verspätung hatte. Wir bekamen ein paar Verzehrgutscheine ausgehändigt und wurden auf einen anderen Anschlussflug umgebucht, da wir unseren nicht mehr in München erreichen würden. So weit so gut, holten wir uns eben noch eine Extraportion Aal-Sushi. Dann mussten wir wieder durch die Sicherheitskontrolle, bis wir endlich im Flieger saßen. Kaum saßen wir, schlief ich auch schon ein; nicht mal einen Baileys auf Eis konnte ich noch trinken. Ich schlief fast den ganzen Flug durch, was zum Einen natürlich großartig war, bei langen 12 Stunden, zum Anderen hatte ich mich entsprechend nicht bewegt, weshalb ich bei der Landung meine Knöchel verzweifelt suchte. Und die hätte ich dringend gebraucht, denn wir kamen kurz vor dem Start unseres Anschlussfluges in München an. Wie es immer so ist, musste natürlich die Business Class zuerst aussteigen, obwohl die bestimmt nicht so in Eile waren. Andere Passagiere wurden von ihren Fluggesellschaften direkt am Gate abgeholt und zu ihrem Anschlussterminal gefahren. Wir mussten laufen und bekamen keine Informationen, wo wir überhaupt genau hin mussten (natürlich ans andere Ende des Flughafens). Und das alles ohne Knöchel... Fix und fertig erreichten wir schließlich das Terminal und stellten fest, dass niemand mehr da war. So etwas hatten wir ja noch nie erlebt! Es gab keine Durchsage und man hatte nichtmal fünf Minuten gewartet, obwohl die Verspätung unserer Maschine doch bekannt war. Air Berlin hatte sogar mal 20 Minuten gewartet, weil jemand seine Dutyfree-Tüte nicht abgeholt hatte und bei Lufthansa wurden wir einfach stehen gelassen? Und niemand stand mehr dort. Nach einer Weile kamen zwei Bundespolizisten, die auf den Serviceschalter verwiesen. Dort machte mein Mann seinem Unmut erstmal gehörig Luft. So wurden wir also nochmal umgebucht und hatten wieder eine Stunde Wartezeit. Als wir endlich im Flieger nach Düsseldorf saßen, mussten wir wieder eine Stunde warten, nur dieses Mal im Flugzeug. Was für eine Odyssee! Von Lufthansa hätten wir definitiv mehr Kundenfreundlichkeit und Informationen erwartet. Von Düsseldorf aus mussten wir noch 4 Stunden mit dem Auto nach Hause in die Lüneburger Heide fahren. Wenigstens waren unsere Koffer trotz der ganzen Umbucherei auch angekommen.


Zusammenfassend muss man sagen, dass dies doch eher eine Reise für Fortgeschrittene war. Wären wir dieses Mal das erste Mal in den USA gewesen, wäre es vermutlich auch unser letztes Mal gewesen. Zu viel war schiefgegangen, von den zum Teil echt schlimmen Hotels, dem Ärger mit dem Upgrade in Las Vegas, der zum Teil recht tristen Gegend und last but not least der chaotischen Rückreise. Dennoch ist eine Reise quer durch die USA auf der Mutter aller Straßen eine Pflicht für jeden, der schon zuvor sein Herz an dieses wunderschöne Land verloren hat. Um diese Reise jedoch richtig genießen zu können, sollte man auf keinen Fall eine Pauschale buchen, sondern die klassischen Motels wählen, die DERTOUR und Co gar nicht im Angebot haben. Zudem sollte man auch auf jeden Fall mindestens drei Wochen veranschlagen, da je weiter man in den Westen kommt, die Zeit umso knapper wird, wenn man sich noch einige Sidetrips oder ausgiebigere Besichtigungen gönnen will. Wir hatten zwei Tage Chicago vorangestellt und fünf Tage Los Angeles angehängt. Mittendrin war dies bei einer Pauschalreise natürlich nicht möglich. 6280 Kilometer sind wir inklusive unserer Sidetrips in den drei Wochen gefahren, haben wahnsinnig viel gesehen und einige nette Menschen getroffen. Wir kommen auf jeden Fall wieder, aber nicht pauschal...

Kommentare: 20
  • #20

    Katrin (Montag, 24 Juli 2017 09:52)

    Lieber Hartmut,
    vielen Dank für das Lob! Ich wünsche euch einen wunderschönen Urlaub!

  • #19

    Hartmut (Freitag, 21 Juli 2017 13:01)

    Hallo Katrin,

    mit Freude habe ich gerade Deinen Reisebericht vom Osten Kanadas gelesen. Bei uns geht´s in ein paar Tagen los. Großes Kompliment für Deine Reiseseite.
    Liebe Grüße aus Braunschweig
    Hartmut

  • #18

    Katrin (Sonntag, 19 Februar 2017 12:51)

    Nochmal hallo Volker,
    gerade habe ich doch gesehen, dass ich natürlich auch schon auf deiner informativen Seite war, um Informationen über Strände auf Hawaii zu bekommen.

    Vielen Dank dafür!

  • #17

    Katrin (Sonntag, 19 Februar 2017 12:42)

    Hallo Volker,

    vielen Dank für deine nette Rückmeldung. Ja, ich bin gerade noch in der Planung, obwohl die Eckdaten natürlich schon stehen. So werden wir uns Oahu, Kauai, Big Island und Maui anschauen. Der Open doors-Helikopterflug auf Kauai ist auch bereits gebucht, der Sonnenaufgang am Haleakala auf Maui fest eingeplant und auch sonst habe ich hoffentlich dank Lala und anderer guter Seiten nichts vergessen...!

    Ganz herzliche Grüße,
    Katrin

  • #16

    Volker (Samstag, 18 Februar 2017 21:55)

    Hallo Katrin,

    ich habe Deine schöne Seite bei Lala entdeckt. Wollte gerade den Hawaii Bericht lesen, doch wurde ich dort daran erinnert, daß Du bei Lala von der Reiseplanung geschrieben hast. :-) Ich wünsche Euch einen schönen Urlaub. Welche Inseln habt Ihr denn eingeplant?

    Viele Grüße von Volker

  • #15

    Katrin (Mittwoch, 04 Januar 2017 13:58)

    Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Florida!!!

  • #14

    Ramona (Mittwoch, 04 Januar 2017 08:00)

    Liebe Katrin
    Vielen Dank für Deine Rückmeldung. :) Ich werde es bei der Julia Street versuchen. Natürlich steht auch eine Fahrrad Tour auf unserem Programm.. dann werde ich das süsse Rosa Haus sicherlich finden. :)
    Liebe Grüsse aus Zürich :)

  • #13

    Katrin (Dienstag, 03 Januar 2017 21:39)

    Hallo Ramona,
    da wir 2007 nur zufällig an dem kleinen rosa Haus vorbeigekommen sind, kann ich dir leider die Adresse nicht nennen. Da im Hintergrund das Key West Lighthouse ( 938 Whitehead Street ) zu sehen ist, muss es in einer der kleinen Nebenstraßen stehen. Ich würde bald sagen, es ist die Julia Street, weiß es aber leider wirklich nicht. Zum Glück ist Key West aber sehr überschaubar und mit einem Fahrrad (z.B. von "Eaton Bikes") schnell und gründlich an einem Nachmittag abzufahren. Viel Erfolg!

  • #12

    Ramona (Dienstag, 03 Januar 2017 15:07)

    Hallo Katrin
    Bin gerade durch googeln auf deine Seite gestossen. Weisst du noch per Zufall an welcher Strasse das Rosa Haus in Key West anzutreffen ist? :) Ich muss dieses Haus unbedingt sehen. ;)
    Liebe Grüsse Ramona

  • #11

    Katrin (Donnerstag, 27 Oktober 2016 18:21)

    Danke Petra. Es freut mich sehr, dass dir die Seite gefällt!

  • #10

    Petra (Sonntag, 23 Oktober 2016 19:45)

    Eine ganz tolle Seite mit schönen Bildern und Infos zu den Reisen. Es gibt zwar viele Reiseberichte im Web aber diese gehört zu den besseren!!Liebe Grüße aus Mainz und weiter so

  • #9

    Katrin (Samstag, 23 April 2016 16:18)

    Hallo Harald,
    danke für das Lob. Mit Sandflöhen hatten wir noch nie Probleme, mit Moskitos nur bis zu der Erkenntnis, dass man doch lieber das Schutzspray aus den USA benutzen sollte... 2012 habe ich mich auf einer Rasenfläche mit (vermutlich) Ameisen angelegt, was sehr unangenehm war. In solchen Fällen hilft jedoch die in den USA sogar in den meisten Supermärkten erhältliche Cortizone 10-Salbe.

  • #8

    Harald (Sonntag, 17 April 2016)

    Hallo,
    dein Bericht ist ja super, nur eine Frage: Gab es Probleme mit Sandföhen oder No see ums? Ihr seid ja sehr USA-erfahren.

  • #7

    Klaus (Mittwoch, 02 März 2016 12:56)

    Eine Rundreise durch die US-Weststaaten ist schon eine tolle Sache! Wir haben auch das Castle Marne besucht (allerdings ohne Schreck beim Frühstück), es kommt in unserem Artikel zu besonderen Unterkünften vor, der vielleicht auch deine Leser interessiert:
    http://willkommenfernweh.de/besondere-unterkuenfte-weststaaten/

  • #6

    Katrin (Donnerstag, 11 Februar 2016 08:13)

    Hallo Namensvetterin, ich stöbere nun schon den zweiten Tag auf deiner Seite herum und finde immer wieder was neues. Toll gemacht. Unser nächster Trip steht zwar erst in zwei Jahren an aber Anregungen hast du viele für uns! Freue mich schon auf den nächsten Reisebericht!

  • #5

    Sascha (Freitag, 20 Februar 2015 13:46)

    Super! Deine HP hat mich gerade verzaubert! So tolle Bilder und deine Texte dazu- einfach herrlich! Habe die Seite abgespeichert! Sehr toll!

  • #4

    Jens (Samstag, 01 Februar 2014 22:01)

    Eine wirklich tolle Seite und Leistung...
    Kompliment Katrin... Weiter so...!!!

  • #3

    Eva (Samstag, 29 Juni 2013 21:42)

    Herrlisch!!!!

  • #2

    Lara (Donnerstag, 27 Juni 2013 23:29)

    ... tolle Fotos, tolle Geschichten,toller Mensch...
    Fotografieren und Reisen planen, das solltest Du zu Deiner Hauptaufgabe machen.
    Ich wünsche Dir einen schönen Trip und pass' auf Dich auf!
    Ich drücke dich ganz doll,
    Dein Patenkind (dessen ersten Amerikatrip du in 2 Jahren planen wirst :-) )

  • #1

    Lea (Dienstag, 11 Juni 2013 20:32)

    Hallo Katrin, ich war so neugierig und musste gleich mal schauen... Tolle Website und tolle Geschichten. Hier hab ich einiges zu lesen... Hoffentlich lernen wir uns am Samstag kennen. Gruß Lea


Alle Reisen wurden mit Unterstützung des

 

TUI ReiseCenter  (Veerßer Straße 33  in 29525 Uelzen) gebucht.